Wolf im Schafspelz oder Baby-Bär?

Guten Tag

Mein Name ist Laiyscha (behaupten jedenfalls die Menschen, ich selbst nenne mich ganz einfach „ich“, denn um mich dreht sich schliesslich die Welt. Vielleicht ist das der Grund, warum sie mir den Namen  „Prinzessin“ gegeben haben. ) und ich wohne nun auch hier. Ich bin etwas über 10 Wochen alt und noch gaaaaanz klein und niedlich. Das zeige ich auch gerne, denn meinem Baby-Face kann keiner wiederstehen.

Ich weiss schon ganz genau, was mir gefällt und was nicht. So finde ich Autofahren nicht generell doof, immerhin kommt man so an interessante Orte hin, aber in dem Kasten rumzufahren, der so komisch brummende Geräusche macht, ist schon auch unangenehm. Wenigstens darf ich noch auf nem Schoss sitzen, so ist es nicht ganz so schlimm.

Duschen und Bürsten mag ich gar nicht! Die Menschen behaupten zwar, das sei nötig, aber ich finde stillhalten einfach nur lästig und das zeige ich auch deutlich, indem ich meine Stimme lautstark einsetze und mich winde und in alles reinbeisse, was ich finden kann. Wenn es dabei aber Leckerchen gibt, verrate ich, dass ich es nur doof finde und mich nicht fürchte oder so, denn die Leckerchen lenken mich komplett ab, selbst vorm Abtrocknen. Das ist noch so was lästiges.

Meine Hundebox, in der ich eigentlich schlafen soll, finde ich auch sowas von unbequem, dass ich ganz klar gemacht hab, dass ich da nicht drin schlafen will. Reingehn tagsüber und zum Spielen ist ok, aber drin schlafen kommt nicht in Frage! Ich poofe lieber friedlich neben einem bequemen Bett auf der Matte aus der Box, so kann ich auch besser zeigen, wenn ich mal muss. Ich muss nur meine feuchte Nase in ein Gesicht drücken und schon darf ich raus! Denn eigentlich bin ich schon fast stubenrein. Ich zeige immer brav an, wenn ich raus muss. Nur einmal nach dem Toben im Schnee, da ist mir ein kleines Missgeschick passiert. Da wollte ich einfach nach dem Spielen nicht mehr machen, weil ich zu müde war und bin dann ausm Schlaf aufgewacht und da liefs schon aus mir raus noch ehe ich richtig stand… Aber meine Menschen meinen, das wäre nicht schlimm, ich sei ja noch ein Baby und da könne das schon noch passieren. Jedenfalls versuche ich immer brav zu sein und rechtzeitig Bescheid zu sagen.

Leinen finde ich auch total doof! Wozu gibt es nen Zäune? Da weiss man doch, bis wohin man gefahrlos rumhüpfen darf. Aber manchmal gibts keine Zäune, was ich nicht ganz begreife und da muss ich dann manchmal doch an der Schleppleine laufen. Aber auch das nur, so wurde mir versprochen, bis ich genau weiss, wer meine Menschen sind und dass ich sofort zurück kommen muss, wenn sie mich rufen.

Es gibt aber auch Dinge, die ich ganz toll finde, zum Beispiel Spielen, auf meinen Menschen rumkauen (auch wenn ich das nicht soll), Bauchikraulen, in Schneehaufen hüpfen und meinen Kauknochen. Ich ärgere mich zwar, dass sich der nicht so leicht fressen lässt und renne dann damit rum, werfe in rum und schüttel ihn, aber rasch hüpfe ich mit Anlauf wieder in mein  Nestchen und kaue weiter drauf rum. Das macht voll viel Spass und wenn ich dann müde werde, lege ich meinen Kopf auf einen nahen Fuss und schlafe.

Füsse, Ohren, Nasen, Hände, Schuhe und Bändel sind eh ganz toll. Ich weiss zwar, dass ich nich auf allem rumkauen soll, aber ich tus trotzdem chichi.

Toll ist auch unter dem Stuhl von einem meiner Menschen einzudösen, während er dort oben irgendetwas Seltsames mir Unverständliches tut. Dann fühle ich mich ihm nahe und kann ganz gelassen abschalten.

Genial ist auch, dass ich ab und zu Neues probieren darf. So habe ich gestern n Schnipselchen Fenchel gekriegt und später n Stückchen trockenes Brot. Das war vielleicht cool. Erst nehm ichs dann vorsichtig entgegen, lass es fallen, weil ichs nicht kenn, nehms dann aber doch mit, weils lecker riecht und renne schnell damit in mein Nest. Dort wird dann drauf rumgekaut, geleckt, es wiederholt ausgespuckt und wieder draufrumgekaut, bevor ich mich entschliesse, es doch zu fressen. Hoffentlich darf ich noch mehr probieren! Mein eigenes Futter finde ich nämlich eher langweilig und esse es nur, wenn ich aus der Hand gefüttert werde… Das hat auch sein Gutes, meinen meine Menschen, denn so baue ich auch eine Beziehung zu ihnen auf und lerne, dass sie mit meinem Futter alles machen dürfen, während ich fresse.

So genug für heute. Jetzt bin ich erstmal müde und schlafe ein Bisschen, um für neue Taten gewappnet zu sein, während draussen der Wind eines Sturmes heult und ich mich wieder auf meinen Lieblingsfuss bette.

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