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…Sie war gerade damit fertig geworden das Pferd zu entladen, während Raven aus Steinen eine Feuerstelle formte, als sie bemerkte dass es zu dämmern begann. Es wurde Zeit, dass sich einer von ihnen beiden auf den Weg machte, Wasser vom Fluss zu holen, bevor es zu dunkel dafür wurde. Einen Augenblick beobachtete sie, wie Raven ernst und gewissenhaft seinen ersten Arm voll Feuerholz aufstapelte und bückte sich dann nach den Wasserschläuchen. „Ich geh Wasser holen“, schlug sie vor und erntete einen Blick aus seinen grauen Augen, aus dem sein Unbehagen deutlich abzulesen war. „Das kann ich doch später noch tun“, wandte er ein, doch sie tat seinen sorgenvollen Protestversuch mit einem beruhigenden Lächeln ab. „Dann wird es zu dunkel dafür sein. Ich gehe jetzt, während du das Feuer machst.“ Raven musterte sie kurz. Einen Augenblick lang schien es so, als wollte er erneut etwas einwenden, dann jedoch nickte er. „In Ordnung, aber lass dir nicht zuviel Zeit, sonst komm ich dich suchen.“ Anna schenkte ihm erneut ein Lächeln und stellte überrascht fest, dass sie sich über seinen Kommentar freute, aber nicht wie erwartet errötete. Seine Fürsorge schien ihr bereits angenehm vertraut. Über sich selber schmunzelnd machte sie sich auf den Weg. Sie wusste in welche Richtung sie sich halten musste, da sie das Pferd noch am Fluss getränkt hatten, bevor sie auf die Lichtung gestossen waren. Dennoch prägte sie sich den Weg genau ein. Sie wusste, dass es dunkler sein würde, wenn sie zurückkam und sie leicht vom Weg abkommen würde, wenn sie nicht gut aufpasste. Sie machte sich keine Sorgen darum, sich ernstlich zu verlaufen. Wenn sie feststellte, dass sie nicht zurückfand, brauchte sie nur ruhig auszuharren, bis Raven sie fand. Aber sie wollte diese Kleinigkeit alleine schaffen, ohne auf ihn angewiesen zu sein. Zumindest ein klein wenig Selbstständigkeit musste sie sich erhalten. Es konnte doch wirklich nicht angehen, dass sie sich von ihm abhängig machte, indem sie sich vollständig auf ihn verliess. Ohne einen grossen Umweg zu machen, jedenfalls glaubte sie das, erreichte sie das Flussufer. Jetzt musste sie nur noch eine geeignete Stelle finden, um die Schläuche gefahrlos auffüllen zu können. Sie bahnte sich einen Weg am Fluss entlang den dichteren Gebüschen ausweichend und fand eine Stelle, wo das Ufer seicht und sandig abfiel und kein Eis mehr das Risiko heraufbeschwor auszurutschen und in den Fluss zu fallen. Das Wasser wurde von einer sanften Strömung in Gegenrichtung des Flusslaufes am Ufer entlang zurückgetrieben. Sie