Japanreise Tag 7-10

So, es wird Zeit sich mal wieder zu melden *g*.

So siehts in unserer Wohnumgebung aus; wegen des Wetters ein Wenig trostlos.

Und das ist die Station direkt neben dem Shoppingzenter, wo wir unser Essen und Co. herkriegen… Da gibts dann an allen Stationen und sonstigen strategischen Punkten, solche Automaten, wo man nicht nur kalte, sondern auch warme Getränke bekommt (zu einem Vernünftigen Preis): (Sehr, sehr angenehm!)

Dafür gibts kaum öffentliche Mülltonnen. Die Japaner scheinen ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen. (Daran muss ich mich noch gewöhnen). Am Montag war das Wetter immer noch ned so toll, aber immehrin hats nicht geregnet. Eigentlich wollte ich ins Edo-Tokyo Museum gehen, aber als ich dort ankam, wars zu (Montag ist auch hier Museen-Ruhetag). Zu doof. Also bin ich in Ryoguku n Bisschen rumgelaufen und hab mir den nahen Park angeschaut, aber da es noch immer recht frisch war, bin ich nicht lange geblieben, sondern hab mir was zu Essen gekauft und bin weiter. Leider hatte ich auch weniger Glück mit den English-Bookshops. Man findet die Dinger sehr schlecht und wenn… naja, Mangas in English sind hier einfach nicht so gefragt.

Das ist übrigens der Campus, wo mein Liebster arbeitet. Bei Nacht ist es dort richtig romantisch.

Tagsüber allerdings ein Bisschen viel Beton für meinen Geschmack. Am Dienstag dann war es endlich sonnig! Da ich erneut allein unterwegs war, beschloss ich, den Tag zu nutzen und die Sonne und vorallem ihre Wärme im Kashiwapark zu geniessen.

Ich hab mir mein Mittagessen geholt und mich nach einem langen Spaziergang auf einer Bank niedergelassen, um zu speisen.

Es war so herrlich warm in der Sonne, auch wenn der Wind immer noch sehr frisch war, dass ich den ganzen Nachmittag geblieben bin. So gut hat die Sonne glaub ich noch nie getan. Das war bitter nötig, nach dem kalten Regen. Und auch die Kirschblüten öffnen sich nun langsam…

Leider scheine ich mir bei diesem Tag draussen, meine Verdauung verkühlt zu haben. Irgendwie hatte ich für 2 Tage Bauchweh und es kann nicht am Essen liegen. Ich denke, es ist der Wind. Der macht mich echt fertig… er zehrt sehr an meinen Kräften, vielleicht holt mich aber auch noch ein verspäteter Jetlag ein. Naja, schlimm ist es nicht, aber es müsste nicht sein…

Mit meinem Bauch verkühlt, hab ich beschlossen am Mittwoch, trotz relativ gutem Wetter ins Edo-Tokyo-Museum zu gehen.  Kaum ist die Sonne für mehr als einen Tag da, fangen die Kirschblüten an zu blühen und die Japaner strömen aus ihren Häusern in die Parks, um Hanami zu feiern… Jetzt ist Tokyo, so wie ich es mir vorgestellt habe: voll.

Das Museum zeigt eine Menge Modelle der Stadt aus der Edozeit und auch Alltagsgegenstände und Nachbauten. Dass man hier in Museen fotografiert, ist übrigens ganz normal. Überall sind Schilder, was man knipsen soll und wo man den Blitz ausmachen muss. (Die Japanischen Touristen knipsen übrigens auch das, was man nicht knipsen sollte… jedenfalls wenn die Aufsicht nicht grade in der Nähe ist. Auch das ist normal).

Was mich allerdings mehr faszinierte als die Ausstellung selber, war die Halle, in der diese präsentiert wird. Man geht über eine hohe Brücke und guckt auf die Exponate hinunter, die man danach von Nahem besichtigt.

Natürlich hab ich hier eine Menge Souveniers gekauft. Hier gabs auch das, was ich mitbringen wollte, und eine Menge mehr. Jedenfalls lohnt sich ein Ausflug hierher. Gut ist an japanischen Museen auch, dass es überall Sitzgelegenheiten gibt, so dass man sich ausruhen kann und sich damit auch viel mehr Zeit lässt.

So interessante Rolltreppen wie hier hab ich nicht einmal in Amerika gesehen. Die laufen zwischendurch eben und dann gehts weiter runter… es fühlt sich ein Bisschen an wie Achterbahnfahren, wenn man nicht dran gewöhnt ist. Architektur ist hier eh etwas, mit dem gern gespielt wird.

So sieht übrigens eine typische Station der Tsukuba Express Linie aus, die zu uns nach Kashiwa rausfährt. Auch bimbelt und klingelt es hier an jeder Station anders und piept und piepst… nie aufdringlich, aber man kommt sich manchmal vor, wie in einem Cumputerspiel. Am Donnerstag dann – meinem Bauch gehts mittlerweile n Bisschen besser, aber ich will nichts riskieren –  bin ich erneut los nach Ueno. Mein Liebster hat leider eine Deadline, die unmittelbar bevorsteht und muss n Bisschen vorarbeiten. Denn am Samstag ist ein Ausflug ans Meer, am Montag/Dienstag in ein Onsen in Hakone und dann am Donnerstag-Sonntag nach Kyoto geplant… Eine Menge Zeit, die er dann nicht im Büro verbingen kann. Also am Donnerstag bin ich nach Ueno gefahren und hab eine echte Perle entdeckt: Das Shinatmachi-Museum. Ich hab hier keine Bilder gemacht, weil ich den illsutrierten Führer gekauft hab und da bessere Fotos drin sind, als ich je machen könnte. Es lohnt sich wirklich. Dieses kleine, aber schmucke Museum zeigt im Erdgeschoss eine nachgebaute Siedlung, wo man auch in die Häuser reingehen kann. Es ist so gedacht, dass man alles auch berühren und erleben kann. Im ersten Stock dann ist eine Sammlung alter Spielsachen und Ansichten von Toyko ausgestellt, auch das lohnt sich, da man auch hier vieles in die Hand nehmen darf. Ich war begeistert… allerdings ist man in 45. Min. – 1h durch…. also hab ich anschliessend einen Spaziergang durch den Uenopark gemacht.

Endlich war es mal richtig warm (dh. man kann ohne Jacke und nur mit leichtem Pulli rumlaufen). Nicht nur ich hab das genossen, die Parks stecken hier voller Leben, wenn es nicht regnet. Überall gibt es Flohmärkte, Marktbuden, Essensstände und Sakebuden… auf jeder ebenen Fläche sitzen Familien oder Gruppen und geniessen Hanami…und viele spazieren einfach unter dem Blütenschnee, so wie ich.

Auf der Suche nach einem Kombini (Convinience Store/Supermarkt) kam ich hungrig am Hintereingang des Zoos vorbei und ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich ohnehin noch eine Menge Zeit hatte. Also bin ich rein und hab da erstmal was gegessen. Ueno Zoo ist ein sehr schönes Gelände, allerdings nicht gerade der tollste Zoo für die Tiere… Ich hab es jedenfalls genossen, durch den Garten zu spazieren und  Sonne zu tanken, auch waren so gut wie keine Leute da.

Eine Brücke führt in den vorderen Teil des Zoos, von da aus hat man einen tollen Blick über Uenopark. Die vordere Seite vom Zoo war allerdings vollkommen von Menschen überflutet. Es war ein solches Gewirr, dass ich kaum voran kam, ich hab diesen Teil relativ schnell hinter mich gebracht… und nach dem Ausgang mal wieder was typisch japanische entdeckt:

Da ich meinen Liebsten nicht erreichen konnte, hab ich beschlossen nach Kashiwa zurückzufahren und mir einen Film im Kino anzuschauen. Kinos hier sind offenbar ned allzu teuer und es ist irgendwie sehr amerikanisch: viele Säle, viele Filme gleichzeitig und andauernd, manche nur japanisch, manche Originalton mit Untertiteln, verschiedene Snacks, die dafür gedacht sind, in den Saal mitgenommen zu werden. Jedenfalls hab ich mir „Freak Cyrcus“ angesehen und fand ihn unterhaltsam, leider ist auch dies wieder ein Mehrteiler (da Buchverfilmung). Danach hab ich mir noch einen Honey Latte Macchiato und was Süsses in meinem (mittlerweile) Lieblingskaffee gegönnt. (Die kennen mich, obwohls erst mein zweiter Besuch war (der erste war am Montag, da hab ich dort gelesen), und findens cool ihr Englisch ausprobieren zu können. Jedenfalls ist die junge Crew dort sehr, sehr zuvorkommend (auch für japanische Verhältnisse) und nett. Ausserdem ist es einfach gemütlich da.) Gestern sind wir sehr spät ins Bett gegangen und heute entsprechend spät aufgestanden… Da es erneut heftig regnet, werd ich heute diesen Artikel schreiben, Wäsche machen und mal die Bude putzen. Danach warte ich auf eine Pause im Regen und geh wohl Einkaufen und vielleicht erneut ins Kaffee *g* (ich mag das da wirklich). Ein heisses Bad finde ich ebenfalls sehr verlockend und danach kann ich an unseren Ausflügen weiter rumplanen, obwohl Cornelius da das meiste schon organisert hat. Es schadet allerdings nie, sich ein paar zusätzliche Infos zu besorgen.

So long und bis bald! Sayonara!

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