Kyoto

Mittwoch früh haben wirs gewagt und sind mit dem Shinkansen (Japans schnellstem Zug – oder weltweit der schnellste?) nach Kyoto gefahren. Der Zug hat ein sehr futurisitisches Äusseres und sieht innen fast aus wie ein Flugzeug (so fühlt sichs auch an, wenn er fährt):

Nach Kyoto  waren es etwas über 750km, also erneut eine ganze Ecke, und ich bin im Zug gnadenlos eingepennt *g*.

Der erste Tag in Kyoto präsentierte sich dann auch einmal mehr eher durchzogen, windig und kühl. Das erwies sich aber als grosses Glück, denn wir hatten die seltene Chance, den Kaiserpalast ohne teure Führung und kurze Öffnungszeiten zu besuchen, weil der im Frühling für einige wenige Tage öffentlich zugänglich gemacht wird und wir waren per Zufall gerade dann da! Wegen des Wetters wars dann für japanische Verhältnisse auch nicht so voll!

Die Kaisergärten drumrum sind sehr hübsch und die Leute hier (inklusive uns) geniessen die Kirschblüte wirklich sehr, mit der Zeit versteht man warum, die Bäume sind echt toll!

Der Palast selbst ist ein Komplex aus verschiedenen Gebäuden, die Innen prächtig ausgestattet sind.

Nach diesem glücklichen Zufall zog es uns zur Burg Nijo, wo der Shogun residerte (als Vergleich zum Kaisersitz). Krass ist, dass der Shogun viel prachtvoller gelebt hat als der Kaiser (jedenfalls bekommt man den Eindruck, wenn man die Gebäude vergleicht) . Leider durfte man von der Innenausstattung keine Bilder machen (verständlicherweise), aber man durfte durchgehen, wenn auch ohne Schuhe (typisch japanisch).

Da es bereits später Nachmittag war, als wir die Burg wieder verliessen (dh. alle Museen, Tempel und Co. waren bereits zu), haben wir einen Abstecher ins alte Vergnügunsviertel Kyotos gemacht und sind dort rumspaziert, bis ich nicht mehr konnte.

In diesem Viertel spührt man den ganzen Charme dieser Stadt. Hier findet man das Japan, das man irgendwie die ganze Zeit über sucht, wenn man als Besucher hierher kommt. Es stehen hier sehr viele traditionell-wirkende Häuser und die bunten Läden tragen viel zur Atmosphäre bei. Sehr leicht ist man von all diesen Eindrücken überwältigt und weiss nicht, wo man zu erst hinschauen soll.  Kyoto mag eine Grossstadt sein und sprudelt mehr vor Leben als Tokyo, das eher steril und streng wirkt, aber an einigen Punkten spürt man den langsameren Gang der früheren Zeit und vergisst, die moderne Grossstadt und träumt sich ins Japan frühere Jahrhunderte…

Am nächsten Morgen schien erneut die Sonne! Ideal für einen Tag Power-Tourismus und Tempel-Besichtigungen.

Als erstest besuchten wir die goldene Pagode (voller Japaner!):

Alle Tempel (davon gibt es in Kyoto eine Menge!!!!!) und Pagoden sind von hübschen Parks umgeben, die mindestens eben so ein paar Fotos wert sind, wie die Tempel/Pagoden selbst. Dank der Sonne wurde es richtig warm, allerdings auch richtig voll (!!).

Die zweite Station an diesem Tag war ein Tempel mit einem berühmten Zen-Steingarten. Hier wars dann noch voller, aber wenn man mal in einem Bezirk drin ist, will man die Attraktion dann auch sehn:

Danach sind wir mit dem Bus quer durch die ganze Stadt zur silbernen Pagode gefahren, die silbern werden sollte, es aber nicht ist *g*.  Also diese Tages-/Zweitagestickets, die man kriegen kann, lohnen sich in jedem Fall, denn man sollte die Distanzen hier echt nicht unterschätzen.

Hier hatten wir dann auch das Glück einen Kranich zu sehen! (Leider ist das Foto ned so toll, sorry).

Von hier aus sind wir dann den Philosophenweg entlang spaziert. Mit den vielen Kirschbäumen, hübschen Häuschen und malenden Künstlern auch eine jener Ecken, die ich oben bereits erwähnt hab.

Wenns hier zur Zeit schneit, liegt das nicht daran, dass es so kalt wäre, sondern daran, dass der Frühlingswind, die Sakurablütenblätter durch die Luft wirbelt (wahnsinnig hübsch!). Ausserdem wird die Sakura hier echt zu allem möglichen verarbeitet: Kosmetika, Tee, Eis, Mochi, Marmelade, Parfum, Schmuck etc.

Der zweite Tag in Kyoto ging mit einem ewigen Fussmarsch auf der Suche nach einem geeigneten Restaurant zu Ende (sorry, Liebster) und einem tollen Blick auf Kyoto… nicht nur aus dem Hotelzimmer:

Unseren dritten Tag wollten wir etwas ruhiger angehen, da der vorangegangene doch ziemlich anstrengend war.

Erste Station: Kyoto Bahhofsgebäude bei Tag, das eine verrückte Architketur hat:

Danach Besuch des ältesten Tempels von Kyoto, dem Toji, der Hallen mit Buddah-Statuen beherbergt (nicht photographierbar), aber leider bekommt man keine Infos auf Englisch dazu:

Dieser Tempel ist nicht so von Touristen überlaufen und deswegen ein Geheimtipp (nicht nur wegen der berühmten Buddahs). Die Pagode wurde nicht weniger als 4x vom Blitzgetroffen und brannte deswegen ab, wurde aber jedesmal wieder aufgebaut. Mittlerweile besitzt sie einen Blitzableiter *g*.

Hier gabs übrigens auch tolles Ocha-Eis (Grüntee). Ausserdem trafen wir auf einen Verwandten von Gross-Atuin.

Eigentlich wollten wir danach ins Nationalmuseum, aber das war an diesem Tag für die Öffentlichkeit geschlossen, so dass wir weiter zum Manga-Museum sind, das übrigens meinen Liebsten schlussendlich mehr fasziniert hat als mich, mir wars einfach zuwenig Info… „nur“ eine riesige Bibliothek;-)

Die Aussicht vom Bahnhofsgebäude auf die Stadt ist echt ziemlich der Hammer (und das sag ich, die ich Höhenangst hab). Da sieht man mal im Unterschied zu den ganzen Tempelbildern, dass Kyoto eigentlich doch eine moderne Grossstadt ist…

Sightseeing is jedenfalls anstrengend…

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